Howard – Ein tierischer Held

(Howard the Duck), USA, 1986, ca. 106 Min.
Veröffentlicht: 3. Januar 2010




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„Ich bin jetzt einer der düsteren Beherrscher des Universums. Heute nacht wurde der Nexus von Sominus vom Laserstrahl getroffen. Er liegt jenseits von Planeten, es ist das Reich der Dämonen, in die wir düsteren Beherrscher vor Ionen verbannt wurden.“

Abteilung: Guilty Pleasures (die 100ste)…diesmal wieder aus den tiefsten 80ern. Verdammtes Jahrzehnt.

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Eigentlich wollte Howard nach einem  anstrengenden Arbeitstag gerade eine Dose Duckweiser öffnen, durch die  Kanäle zappen und nebenbei den Playduck lesen – doch dann erfasste ihn  ein Ionenstrahl, ausgesandt vom Planeten Erde und teleportiert ihn von  seiner Heimatwelt nach Cleveland. Ausgerechnet Cleveland. Als einziger Enterich schleicht er nun  durch die verdreckten Gassen der Metropole, nichtwissend, was ihm  überhaupt geschah und wohin seine Reise ihn noch führen wird.  Glücklicherweise trifft er auf Beverly, verhinderter Rockstar auf Stufe  1, die er aus den Fängen finsterer Backstreet-Rapists rettet. Sie  entscheidet sich Howard erstmal eine Obhut zu verschaffen und nimmt ihn  mit nach Hause…

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Am nächsten Tag gehen beide zu Phil  Blumburtt, Freund von Beverly und selbsternannter Forscher von Weltruhm,  doch eigentlich nur Hausmeister eines wissenschaftlichen Instituts.  Dieser sieht in Howard eine Weltsensation – und seinen persönlichen  Durchbruch. Doch in einem so schwierigen Fall müssen härtere akademische  Geschütze aufgefahren werden. Man gut, dass Phil schon den Boden von so  manchen berühmten Wissenschaftler putzen durfte und so kommt  Dr.Jennings ins Spiel. Dieser ist genau genommen für Howards  interstellare Zwangsumsiedlung zuständig – wollte er doch mit seiner  riesigen Ionenkanone Kontakt zu anderen Dimensionen herstellen.

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Da Howard mit den Details der Astro-Physik  nicht vertraut ist, stellt er unverblühmt die Frage, ob man den Vorgang  nicht einfach umkehren und ihn zurück nach Hause schicken könnte.  Jennings ist sicher, dass dies funktionieren müsste. Gesagt, getan.  Ionenkanone wird geladen, alles zum Transport klar gemacht. Doch diesmal  geschieht ein noch schrecklicherer Fehler…anstatt das Tor zu Howard  Planeten zu öffnen, wurde der Nexus von Sominus (!) vom Laserstrahl  getroffen und einer der düsteren Beherrscher der Galaxis (!!) nicht nur  einfach auf die Erde transportiert – sondern gar in Jennings Körper!!!  Dieser ist fortan nicht mehr derselbe. Schleichend verwandelt sich sein  Körper in ein Monstrum, dass nur ein Ziel hat – auch die anderen  düsteren Beherrscher auf die Erde zu holen und ein neues Zeitalter der  Finsternis beginnen zu lassen…

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Dafür braucht er – NATÜRLICH – ein  Menschenopfer, durch die er die Beherrscher auf Erden wandeln lassen  kann. Keine Frage, hierfür muss Beverly herhalten.

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Zwischen dem Überleben und Untergang der Menschheit steht nun der mutierte Jenning…

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…und Howard, die Ente.

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Von der Masse gehasst, von wenigen Fans  geliebt, besitzt „Howard – Ein tierischer Held“ mittlerweile Kultstatus -  und dies vollkommen zurecht. Ja, er hat einige merkwürdige Momente,  nicht jeder Gag sitzt und manches ist einfach zuviel des Guten – ob es  die unzähligen Enten-Witze sind oder gar die teils überzogenen visuellen  Gags – man muss weder Howards Kondom sehen, geschweige denn die Brüste  einer Enten-Dame, dennoch ist der Film besonders in der Retrospektive  ein kunterbunter, nicht einmal ansatzweise ernstzunehmender Fantasy-Spaß  für Erwachsene. Richtig – für Erwachsene. Ich bin mir nicht sicher,  welchen Weg LucasFilm mit diesem Projekt einschlagen wollte, aber einen  Grund für den damaligen kommerziellen Flop haben wir somit schon  gefunden. „Howard – Ein tierischer Held“ will beide Lager unterhalten -  Kinder und Erwachsene, was noch nie wirklich funktionierte. Kein Wunder  also, dass die Zuschauermassen mit diesem absurden Mix aus kindlichen  Slapstick-Gags und erwachsenen Humor nicht viel anfangen konnten. Denn  der Film basiert eigentlich auf einer recht zynischen und gemeinen  Comic-Serie aus den 70ern, die gerade durch ihren Sarkasmus und der  rücksichtslosen Hauptfigur Howard auffiel. Zumal Howard nicht ohne Grund  sehr große Ähnlichkeit mit Donald Duck aufwies (weswegen der  Dinsey-Konzern auch Klage einreichte und Marvel Howard fortan mit Hosen  ausstatten musste, um den Unterschied zu verdeutlichen) und somit mit  dem niedlichen Kinder-Comicfiguren auffräumen wollte. Eigentlich war  dies nur als ein böser Spaß gemeint, der sich aber als äußerst populär  erwies.

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Von Howards zynischen und rauhen Charakter  ist nicht mehr viel übriggeblieben – und das was seinen Weg in den Film  fand, lässt den gesamten Streifen noch skuriler wirken als er schon ist.  Eine klare Trennung zwischen kindergerechten Fantasy-Spass und   dreckiger Comic-Verfilmung für Erwachsene gibt es nicht. Und so dürfen  wir zwar Howard, den Helden, dabei zusehen, wie er böse Monster mit  lilfarbenden Laserstrahlen ins Jenseits befördert (unterlegt von John  Barrys sehr gelungenen, heldenhaften Score) – allerdings genauso wie er  im Puff die vollgeschwitzten Handtücher wegräumt und zigarre-rauchend  seine Zoten reißt.

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Howard: „Gleitcreme! Handtücher! Antibiotika!“
[Ein halbnacktes, knutschendes Pärchen stürmt vorbei.]
Howard: „Wüäh. Augen zu und durch. Muss wohl gerade Paarungszeit sein.“

Dieser wilde Mix zieht sich durch den  gesamten Film und ehrlich gesagt, selbst 25 Jahre später bin ich mir  nicht bei jeder Szene genau sicher, was nun damit bezweckt werden  sollte. Aber gerade dies sorgt für die beste Unterhaltung. Manche  Dialoge könnten direkt aus Monthy Pythons fliegendem Zirkus stammen -  einen Sinn ergeben sie nicht, aber die Situation in der sie eingebettet  sind, die Darbietung der Schauspieler (hier insbesondere der deutschen  Synchronsprecher) und deren Inhalt sorgt für unglaublichen  Nonsense-Spaß…

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[Howard soll von einer wilden Meute in einem Restaurant geschlachtet werden.]
Beverly [zur Bedienung]: „Rufen sie die Polizei! Nein, nicht die Polizei. Rufen sie irgendjemanden – bevor sie Howard wehtun!“
[Jenning mischt sich ein.]
Jenning: „Eine böse Kraft, schlimmer als ihr euch vorstellen könnt, ist dabei die Welt zu versenken.“
Bedienung: „Ach, nein. Wir haben hier Schlägereien alle naselang, Mister.“
[Bedienung geht ab. Howard wird weiter durch das Restaurant gejagt.]
Beverly [zu Jenning]: „Wollen sie nur hier rumsitzen?“
Jenning: „Sie hat die Eier weggeräumt.“

Unterlegt wird dies mit sämtlichen  schrecklichen Schnick-Schnack der 80er Jahre. Kenner unserer Seite  werden wissen was kommt: Nebel, Dauerwellen, Mini-Röcke, Leggins,  Fliegerjacken, Hosenträger, Neonfarben. Hervorsticht hierbei der  Titelsong des Films, für diesen um Hauptdarstellerin Lea Thompson eine  Band namens Cherry Bomb gegründet wurde – von George Clinton produziert.  Bevor jemand das Video auf populären Videoportalen sucht, als Vorwarnung: das sind die 80er.

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Wer am Anfang des Videos genau hingesehen  hat, wird Tim Robbins erkennen – ja, auch er spielt hier eine tragende  Rolle und dies tut er – wie jeder andere Schauspieler – mit sehr viel  Übermut. Ein weiteres Markenzeichen des Films: das unsägliche  Overacting, bei diesem aber selbst ein Tim Robbins nicht an Jeffrey  Jones’ genialen Jenning-Monster herankommt, welches zudem auch noch mit  einem brillianten MakeUp versehen wurde. Ein weiterer Pluspunkt des  Films. George Lucas steckte sage und schreibe 33 Millionen Dollar in das  Projekt und erhoffte sich dafür natürlich nicht nur einen Hit, sondern  auch ein neues erfolgreiches Franchise. An der Kinokasse konnten gerade  einmal knapp die Produktionskosten eingespielt werden – nur über  unzählige TV- und Video-Veröffentlichungen (weltweit) kam man wieder in  die schwarzen Zahlen. Nicht genug für eine Fortsetzung, aber genug um  sich einen Platz im kollektiven Pop-Gedächnis der 80ies-Kids zu sichern.  Erwähnte Spezial-Effekte trugen hierbei natürlich bei, da diese für  eine solch ausgeflippte Porduktion mehr als nur über dem Standard  liegen. ILM liefert hier eine ihrer besten Arbeiten ab, denn es kommt  nicht immer daraufan wie modern oder wegweisend Effekte sind, sondern  wie gut sie sich in einen Film einbetten können und bei „Howard – Ein  tierischer Held“ gibt es kaum einen Effekt der nicht in das Gesamtbild  des Films passt oder nach 25 Jahren an Kraft verloren hat.

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Für Lucas bedeutete dieser wilde Mix aus  Slapstick, Fantasy, Komödie, SciFi und Comic ein finanzielles Desaster.  Eigentlich wollte er mit dem Filmerfolg seine Skywalker-Ranch  finanzieren – doch dann muste er aufgrund des Flops seine  Animations-Division von LucasFilm trennen. Apples Steve Jobs kaufte es  auf um es später gewinnbringend an Disney abzutreten. Dreimal dürft ihr  raten, was aus LucasFilms’ ehemaliger Animations-Abteilung heute  geworden ist… Pixar. So hat der Film letztlich (im Laufe der Zeit)  eine der wichtigsten Animationsschmieden der filmischen Neuzeit  hervorgebracht – auch wenn es vollkommen ungewollt war. Lucas hingegen  konzentrierte sich wieder verstärkt auf das Fantasy-Genre und erschuf  einige Jahre später den ebenfalls völlig unterschätzten „Willow“, sowie  seine neueste Division LucasGames – die das Videpsiel-Genre  revolutionieren sollte.

Fatality:
„Howard – Ein tierischer Held“ ist kein schlechter Film, sondern ein  merkwürdiger Film, der alle Absurditäten der 80er nicht nur in sich  vereint, sondern sie auch noch auf die Spitze treibt. Wahrscheinlich nur  für Kinder der 80er geeignet, die damit aufgewachsen sind – oder als  Schocktherapie für Drogenabhängige.


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Der Autor...
Krypton McKracken


  • Jan

    Natürlich war auch ich als ich hörte, der Film sei von Star Wars-Schöpfer George Lucas supi neugierig auf den Film. Nun ja… es ist auf jeden Falle ine gelungene Fantasy-Komödie mit vielen guten Einfällen, tollem Soundtrack und einem hervorragenden Jeffrey Jones und Tim Robbins. Die Geschichte des Filmes wurde gut erzählt, es kommen keine unnötigen Längen auf und er ist von dem absolut genialen Enten-Planeten-Anfang bis hin zur Vereitelung der Invasion durch die Bösen unterhaltsam. Die sogenannte “Bettszene” finde ich einfach nur großartig… Auch steht der Film für mich für die 80er, die herrlichen Frisuren, der Sound… große Klasse… Leider aber, auch wenn der Film große Videounterhaltung ist, ist er für einen Regisseur wie George Lucas nur mittelmäßig… also sollte man ihn völlig unvoeingenommen sich anschauen!!!

  • difranco

    Geliebt, geliebt, geliebt….super spaßiger Film. :-D