RoboCop 2

(RoboCop 2), USA, 1990, ca. 111 Min.
Veröffentlicht: 3. Februar 2004


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1 Stimme(n), Ø 4,00 Köppe
„Und weitere Nachrichten: Im AKW am Amazonas hat es eine Explosion gegeben. Sie verseuchte den größten Regenwald der Welt. Umweltschützer bezeichnen es als Katastrophe.“
- „Aber tun sie das nicht immer?“

Die schießende Dose kehrt zurück. Unter neuer Flagge, aber alter Führung, drückt sich Peter Weller erneut in seine Rüstung, um diesmal den Drogenbaronen von Detroit, sowie korrupten Polizisten als auch machtbesessenen CEOs die eiserne Stirn zu bieten…

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Eines vorweg: „RoboCop 2“ ist, wie der Titel es ÜBERRASCHENDERWEISE vermuten lässt, eine Fortsetzung, und wie es der Fluch der Sequels so will, kommt sie an die Genialität des Originals nicht heran (von diesem Fluch ausgenommen: „Der Pate 2“, „Dark Knight“, „Aliens“, „Terminator 2“…und nicht zu vergessen „Tremors 2“). Dies bedeutet natürlich nicht, dass der erste Ableger nun ein schlechter Film ist, ganz im Gegenteil, allerdings muss ich es von vornherein sagen, dass „RoboCop 2“ für mich nicht zwingend ein Sequel ist, weswegen man die Nummerierung im Titel durchaus als Inhaltsverweis ansehen kann – nicht aber als Verbindung zum Vorgänger. Irvin Kershner befreit RoboCop vom drückenden Moloch-Feeling der 80er und führt ihn in den Neon-Terror der frühen 90er ein.

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Versuchte RoboCop im ersten Teil noch die „Mörder“ seines Alter Egos Alex Murphy hinzurichten, so versucht er hier lediglich, das, was jeder 50-jährige Wrestler auch tut, nämlich konkurrenzfähig gegenüber dem Nachwuchs zu bleiben. Der Megakonzern OCP plant die bankrotte Stadt Detroit komplett aufzukaufen, um ihre Pläne einer eigenen Stadt namens „Delta City“ zu verwirklichen. Dazu wird erstmal die Polizei aufgekauft, dann die Löhne gekürzt, woraufhin die Cops in den Streik treten. Die Folge: noch mehr Chaos als in Teil Eins. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt, um mit eigenen Sicherheitskräften für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Da RoboCop nun auch ein bißchen überfordert ist, wird auch gleich eine zweite Version von ihm ins Leben gerufen. Problem hierbei: das Gehirn von RoboCop Nr. 2 ist mit Drogen verseucht, denn die Leiche aus dem die grauen Zellen stammen, gehörte dem Drogenkönig Cain, eigenhändig von Robi ausgeschaltet. So, nun passiert, was passieren muss: der zweite RoboCop rastet aufgrund Drogenentzug bei seiner Pressevorstellung aus und richtet ein Massaker an. Einzige Hoffnung für Detroit: RoboCop (Version 1.0). Dieser steht auch prompt parat und stellt sich seinem Nachfolgemodell…

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War der erste Teil mehr als brutale Gesellschaftssatire zu verstehen, unterwirft sich die Fortsetzung völlig dem Actionkino der frühen 90er. Nun, das ist auch nicht schlimm, auch wenn er sich von der Atmosphäre und dem Erzähl-Stil des Vorgängers weit entfernt und in einigen beigebliebenen Sachen versucht, ja, fast schon durch Absurditäten zu beeindrucken. Ein gutes Beispiel hierfür ist die TV-Werbung, die in den RoboCop-Filmen fester Bestandteil der Erzählstruktur ist. Deutete sie im ersten Teil nur die Welt in der nahen Zukunft an und gab uns einen Einblick in die dortige Gesellschaft, so dient sie hier lediglich zur Unterhaltung – schwarzer Humor, nicht mehr und nicht weniger. Gleiches gilt für die Gewaltdarstellung, die zwar im Vorgänger exzessiv, dennoch weise gesät wurde. Die Fortsetzung nimmt sich zudem auch nicht sonderlich ernst und persifliert die Welt des ersten Teils. Dieses merkt man spätestens beim furiosen Endkampf (welcher übrigens einer der besten Stop Motion-Effekt ist, den ich jemals gesehen habe), wenn sich die beiden RoboCop-Modelle in bester Superhelden-Manier vom Dach eines Hochhauses bis in die Kanalisation durchprügeln. Im Vorgänger war der Kampf zwischen ED-209 und RoboCop noch von roher, harter Gewalt gezeichnet, hier steigert essich zu einem brachialem Finalfight in bester Beat ‘Em Up-Manier. Es ist, ohne Frage, alles großartig in Szene gesetzt – wer allerdings die Maßstäbe des ersten Teil bei der Fortsetzung ansetzen möchte, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Und dieses sollte man bei der Betrachtung und auch Bewertung des Films immer im Hinterkopf halten.

Anstatt Paul Verhoeven, sitzt nun Irvin Kershner auf dem Regiestuhl. Eigentlich wollte Verhoeven die Regie bei der Fortsetzung übernehmen, doch Orion, das Produktionsstudio wollte nicht auf Verhoeven warten und ein Sequel schnellstmöglich realisieren. Hierzu heuerten sie Irvin Kershner an, der immerhin „Das Imperium schlägt zurück“ realisierte. Kershner selber sagte, dass er den Original-Film zwar sehr mochte, ihn aber nur zweimal gesehen hat. Er wollte sich von Verhoevens Film nicht zu sehr beeinflußen lassen und seine eigene Vision vom stählernen Polizisten realisieren…

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„I saw RoboCop twice. I saw it when it first came out and then I ran it once on cassette and that was it. I never wanted to see it again. I felt that what i remembered, the residual memory, was enough. I wanted a different style of shooting. I wanted the character to go further than they did the first time. I was working towards an emotional base that would be true to Robo one year later.“
- Irvin Kershner

Dies führte zweifelsohne dazu, dass der Film im Grunde für sich allein steht und nicht zwingend als Nachfolger anzusehen ist. Er greift natürlich Charaktere und Plot-Points des Vorgängers auf, aber im Grunde geht dies über eine Art Zitat nicht hinaus. Murphys Kampf mit seinem Alter Ego, seiner alten Identität, dem Polizisten Alex Murphy, wird hier relativ schnell abgehandelt. Im ersten Teil war dies einer der Grundpfeiler der Geschichte. Hier wird es zwar wenigstens noch aufgegriffen, aber sehr unbefriedigend zu Ende gebracht. So als ob Kershner dieses eigentlich sehr komplexe und für den Charakter RoboCops immens wichtige Thema überhaupt nicht behandeln wolle. Bereits nach 20 Minuten überzeugt ein OCP-Anwalt RoboCop davon, seiner (Ex-)Frau deutlich zu machen, dass ihr Ehemann, Alex Murphy, tot ist. Es gäbe keine Verbindung zwischen ihm und ihrem Ehemann mehr. Dies ist nicht zwingend schlecht gelöst. Als Abschluß dieses gesamten Storybogens vielleicht auch nur konsequent, aber ist der Weg zu diesem Abschluß viel zu kurz geraten. Gerade einmal vier Minuten Gesamtspielzeit nimmt sich der Film dafür – dann ist Alex Murphys Charakter endgültig begraben – obwohl der Zuschauer weiß, dass RoboCop sich selber noch als Alex Murphy identifiziert und von seinen Kollegen und Freunden auch ebenso genannt werden möchte. Somit lebt Murphy im Grunde weiter, weiß aber, das er aus Rücksicht auf seine Familie seine alte Identität endgültig begraben muss. Nicht nur um sie vor anderen Menschen zu schützen (der RoboCop wird unter den Knastbrüdern von Detroit sicherlich die ein oder andere offene Rechnung haben…), sondern auch um sie emotional vor sich selbst zu schützen. Eine Zukunft mit seiner Familie kann es nicht geben – sie müssen weiterleben, ohne ihn. Nur so können sie glücklich werden.

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„One of my favorite moments in ROBO 2 is the confrontation between Murphy and his wife. It’s a powerful scene, and it really addresses the central tragedy of Alex Murphy’s life. One of ROBOCOP 2′s major flaws is that it dropped this potentially compelling storyline after that scene.“
- Joseph O’Brien (Co-Autor)

Damit entmenschlicht Kershner RoboCop. Dies ist letztlich im Kampf um RoboCops Identität nur konsequent, doch geschieht dies dermaßen rasant, das dadurch eine der interessantesten Charaktereigenschaften von RoboCop sehr früh über Bord geworfen wird. Der Rest des Films widmet sich somit nur noch um eine Art Ersatzfrage: wer soll über Detroit wachen? RoboCop oder RoboCop 2? So wundert es auch nicht, dass RoboCop in diesem Film regelrecht auseinandergenommen wurde, um ihn eine Hürde entgegenzustellen. Keine Gewissensbisse, kein Nervenzusammenbruch, keine Alpträume oder Ängste – hier wird die Flex gekreist und RoboCop nur noch mechanisch auseinandergenommen, nicht mehr psychisch.

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Unter den Deleted Scenes findet man übrigens eine sehr interessante Szene, die zumindest den Storyteil um den Menschen Alex Murphy zufriedenstellender abgeschloßen hätte. RoboCop besucht das Grab seines Alter Egos – und akzeptiert somit vielleicht auch den Tod dessen. Warum diese Szene – die man übrigens bereits für den ersten Teil plante – der Schere zum Opfer fiel, bleibt mir ein Rätsel. Wahrscheinlich geschah dies einfach nur aus Tempo-Gründen, um Kershers eigentliche Geschichte, den Kampf zwischen RoboCop 1 und RoboCop 2, voranzutreiben. Denn schließlich schloß er ja den menschlichen Teil der Story relativ schnell ab – auch im Original-Drehbuch.

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„There was a couple of things that made the character more human that weren´t used. I can´t remember exactly what the scenes were, I just remember wondering why they wern´t in.“
- Peter Weller

Das Original-Drehbuch ist weitaus runder als der fertige Filme, dem zweifelsohne um die 10 – 15 Minuten an Zeit fehlt. Auch wenn „RoboCop 2“ mit rund 111 Minuten Spielzeit nicht  wirklich kurz geraten ist, fehlt den vielen Handlungselementen der nötige Raum, um wirklich zur Geltung zu kommen. Schaut man sich den Film genauer an, so fällt einem auf, dass unglaublich viele Themen auch aus dem ersten Teil wieder aufgegriffen, aber eben nur sehr oberflächlich behandelt werden. Nimmt man die neuen Handlungselemente hinzu, so haben wir zwar einen inhaltlich sehr facettenreichen Film – aber keine der Facetten kommt so richtig zur Geltung. Murphys, respektive RoboCops, menschliches Drama haben wir ja bereits erwähnt. Hinzu kommt sein Kampf gegen das jüngere, vordergründlich bessere Modell. Ebenfalls der Streik der Polizisten hätte eigentlich eine größere Bedeutung verdient, in der RoboCops Partner Lewis auch eine größere Rolle hätte bekommen sollen (vielleicht sogar müssen). Im fertigen Film geht sie leider komplett unter. Nicht zu vergessen der Drogen-König Cain, der um seine Designer-Droge Nuke einen wahren Kult zelebriert und sich selber auch als religiöser Führer interpretiert.

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Cain (zu RoboCop): „Jesus, hat das auch durchgestanden! Verfolgt und gejagt wie ein Verbrecher. Aber wie er, klage ich dich nicht an. Sie programmieren dich und du tust es.“

Dies ist besonders interessant, den ursprünglich ist er von der Tatsache als Maschine weiterzuleben sehr angetan. In einer weiteren Deleted Scenes kommt dies zur Geltung, als er Dr.Faxx einen Besuch abstattet und sich im Falle seines Todes regelrecht anbietet…

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Ein weiteres Handlungselement, dass mehr Beachtung verdient hätte, ist auch der Kampf zwischen OCP, einen multinationalen Konzern, sowie der Stadt Detroit, die de facto pleite ist und von OCP quasi als Privatbesitz beansprucht wird. Dies ist im Grunde die interessanteste Storyline und hätte perfekt eine der Nebenhandlungen des ersten Teil weitererzählt. Ein Konzern greift rücksichtslos nach der Macht, der Allmacht, und hebelt jede Form von Demokratie dabei aus. Sie bauen sich mit Delta City nicht nur eine eigene Stadt, sich bauen gar ihre eigene Exekutive in Form von RoboCop 2 auf. Im ersten Teil versuchten sich es bereits mit RoboCop und dem gescheiterten Roboter-Modell ED-209, nun wollen sie aber mehr. Sie wollen die Führung. Und dies tun sie, indem sie Detroit ins Chaos stürzen, um es dann als Heilsbringer zu retten. Natürlich mit einem Lächeln. Der leider viel zu früh gestorbene US-Gesellschaftssatiriker George Carlin sagte einmal, „When fascism comes to America, it will not be in black and brown shirts, it will not be with jackboots. It will be with Nike sneakers and smiley shirts.“ Und dies wird in diesem Film brilliant von Dan O’Herlihy dargestellt, der den sogenannten Alten Mann spielt, den CEO von OCP (interessant auch, dass die OCP-Fahnen den Hakenkreuz-Fahnen ähneln und somit den Faschismus-Gedanken dahinter verdeutlichen). Im ersten Teil war er nur als netter alter Herr an der Führungsspitze zu sehen. Nun lässt er aber seine Maske fallen und zeigt sein wahres Gesicht. Natürlich nur OCP-intern – öffentlich spielt er weiterhin den sorgevollen und gutmütigen Großvater, der Detroit an die Hand nehmen und in eine neue glänzende Zukunft namens Delta City führen will…

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Bürgermeister Kuzak: „Was ist mit Demokratie? Niemand hat sie gewählt!“
Der Alte Mann: „Jeder Bürger kann OCP-Aktien kaufen – und ein Anteil unserer Stadt gehört ihm. Was könnte wohl demokratischer sein als das?“

Die vielen unterschiedlichen und teils zu kurz geratenen Handlungselemente, haben ihren Ursprung in der Produktionsgeschichte des Films. Wie erwähnt, wollte Orion aufgrund des Erfolges des ersten Teils so schnell wie möglich eine Fortsetzung produzieren. Verhoeven bat um mehr Zeit, um die richtige Geschichte zu finden, doch Orion wollte nicht warten. So beauftragten sie 1988 gleich mehrere Drehbuchautoren, um eine würdige Fortsetzungsgeschichte zu erspinnen. In der ersten möglichen Fortsetzung namens „RoboCop: Corporate Wars“ (geschrieben von Ed Neumeier und Michel Miner) wird der stählerne Polizist gleich am Anfang des Films ins Nirvana befördert. Nach 25 Jahren des Niedergangs wird er von sogenannten Tech-Junkies wiederbelebt (OCP exitiert nicht mehr), um die am Abgrund stehende Stadt Detroit zu retten. Zweifelsohne eine sehr kreative aber auch gewagte Lösung. In dieser Fortsetzung wäre prinzipiell alles möglich gewesen, da das Drehbuch sich an keine Regeln des Vorgängers hätte halten müssen. Dies bedeutete aber auch, dass es de facto keinen bekannten Charakter aus dem ersten Teil gegeben hätte. Für Orion war dies ein Schritt zu weit nach vorne – vorallem da diese Idee ein wohl extremeres Budget benötigt hätte. Die zerstörten Industrieanlagen Detroits hätte man nun gegen eine futuristische City austauschen müssen, in der die Corporations das Sagen gehabt hätten. Orion wollte aber von Anfang an auf Nummer Sicher gehen und ließ zeitgleich vom Comic-Autoren Frank Miller eine weitere Geschichte schreiben. Miller hatte aufgrund des phänomenalen Erfolgs seines Graphic Novel „The Dark Knight returns“ eine großartigen Ruf, quasi der To-Go-Guy Hollywoods. Jeder wollte mit ihm zusammenarbeiten. Frank Miller war vom Erstlingsfilm begeistert und nahm die Chance wahr, eine Fortsetzung zu schreiben. Auf dieser basierte nun auch letztlich der fertige Film – ebenso die Fortsetzung – wobei man anmerken muss, das sein eigentliches Drehbuch (welches auch die Grundstory des dritten Teils umfasst) vollends massakriert wurde (Miller selber distanziert sich auch heute von beiden Filmen). 2001 durfte Millers seinen „RoboCop 2“ als Comic-Variante auflegen.

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Diese problematische Vorgeschichte sorgte zweifelsfrei dafür, dass „RoboCop 2“ vorallem inhaltich etwas unausgegoren ist. Wir haben unzählige Storyelemente, die bedient werden und einen Regisseur, der eine vollkommen unabhängige Version von RoboCop kreieren wollte. Irvin Kershner schafft es ohne Frage hierraus eine Action-SciFi-Achterbahn zu zimmern  – doch der Graben zwischen Teil 1 und Teil 2 wurde damit verdammt tief ausgehoben. Deswegen sehe ich „RoboCop 2“ auch nicht wirklich als eigentliche Fortsetzung, sondern mehr als eigenständigen Film an. Nicht zwingend ein alternatives RoboCop-Universum, aber zumindest eine eigene Interpretation Kershners. Nach diesen Maßstäben muss man den Film wohl auch bewerten.

Wer somit den ersten von dem zweiten Teil trennen kann, bekommt fulminante Cyborg-Action geboten – und ja, ich habe hier das Wort fulminant eingebracht. Denn so ist es auch. Der Endkampf zwischen RoboCop und Cain ist absolut spektakulär in Szene gesetzt und darf als eine der letzten großen Einträge in das Geschichtsbuch der Stop-Motion-Trickkunst angesehen werden. Keine 6 Jahre später hätte man daraus wohl bereits einen CGI-Kampf gebastelt – hier setzte man allerdings das Budget noch ein, um via Stop Motion die beiden Kampfkolosse aufeinanderprallen zu lassen. Ob man es inhaltlich mag oder nicht – optisch ist es IHMO eine der best-animiertesten (und leider auch letzten) Stop Motion-Szenen.

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Auch die neue Filmmusik von Leonard Rosenman kann überzeugen. Natürlich kommt sie an Basil Poledouris’ meisterhaften Score nicht heran, dennoch gibt sie dem Film ein durchaus episches Feeling. Hier haben wir es nicht mehr mit einem Gerne-Actioner zu tun, sondern mit einer großen Big-Budget-Produktion. RoboCop ist nun wahrhaftig in den Pop-Olymp der Superhelden aufgestiegen. Aus dem wiederverwerteten Truck wird nun ein rasanter Cadillac. Interessanterweise wird dies durch RoboCops neuen Look untermauert (der übrigens den eigentlich gewollten Look des ersten Teils entsprach, nur aus Budgetgründen nicht umgesetzt werden konnte).

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Links: „RoboCop“ (1987), Rechts: „RoboCop 2“ (1990)

Puristen schreckt dies leider alles ab – aber umso mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr weiß ich dieses alternative Interpretation zu schätzen. Es ist nicht Verhoevens RoboCop, sondern Kershners. Und dieser steht dem Original nicht zwingend in etwas nach.

Fatality:
Vergleicht man den ersten und zweiten Film direkt, so kann letzterer natürlich nicht mithalten – aber dieses sollte man auch eigentlich nicht tun. Als eigenständiges Werk, als Neu-Interpretation ist „RoboCop 2“ allerdings durchaus gelungen und besitzt seine Qualitäten. Ich zerbreche mir nicht den Kopf, wie Verhoeven den Film inszeniert hätte, sondern lasse mich von Kershners Interpretation schlichtweg unterhalten, die als solche zu den unterhaltsamsten SciFi-Actionern der frühen 90er gehört.


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Krypton McKracken


  • http://www.facebook.com/profile.php?id=346786460848 VideoRaiders.net – Monster, Mettgut, Vietnam. via Facebook

    Ich hab’s mal massiv überarbeitet…deswegen kommt es kurz unter die neuen Inhalte. Rechtschreibfehler noch nicht beseitigt. ;)

  • DrMindbender

    Ah, Robocop 2, der erste Mindfuck meiner Kindheit.
    1992 zusammen mit Predator im Südamerika Urlaub aus der Hotel Videothek ausgeliehen, da Terminator 2 komplett ausgeliehen war. Predator war für mein grade erst 9-jähriges Hirn verkraftbar und ein heiden Spass, auch wenn ich kein Wort verstand da ich dem Englischen noch nicht mächtig war (beide Streifen waren übrigens völlig uncut und Freigabe Regelungen gabs da hinten wohl nicht wirklich). Aber was Robocop2 wie eine Wirkung auf den Kinderschädel hatte konnte ich wahrlich nicht ahnen. Zuvor hatte ich mal einen kurzen Auschnitt von Robocop und Akira (ja, der lief damals im Kino) in der Kinovorschau auf RTL Plus um 19 Uhr gesehen. Schon die gezeigte Szene wo der zerhackte Robocop vors Polizeirevier geworfen wird war verdammt derbe. Und dann der ganze Film auf uncut auf Kassette :D Trostloses Zukunftsbild, am Anfang gleich zwei Nutten die einen Dieb übelst ausrauben. Das erste mal sah ich Drogen in einem Film, obendrauf nen Kinderdealer. Die “Winners don’t use drugs” Kampagne war ja Anfang der 90er eh gross angesagt. Da konnten se noch so oft “Cartoon Stars gegen Drogen” auf allen Kanälen zeigen, Robocop 2 war für mich das Hauptargument das Drogen das ultimative böse sind :mrgreen: Dann die Aufschlitz Szene die für mich, bis die Augenszene bei Hostel kam, das übelste auf Zelluloid gebannte war. Die einzigste Szene in der ich mir freiwillig die Ohren und Augen zugehalten habe. Das erste mal sah ich was Satire ist :D Das die abstrusen Werbeeinspieler nicht ernst gemeint waren, verstand man auch als Kind ohne das gesprochene zu verstehen. Darauf folgten der erste Teil als Aufnahme von Pro7, die Zeichentrickserie und der Robo2 Arcadeautomat in Italienischen Spielhallen. Danke Irvin Kershner für die zwei prägensten Filme meiner Kindheit. Ruhe in Frieden :D

  • http://www.videoraiders.net Krypton McKracken

    Meine gute Mutter hat mir RoboCop im alter von acht Jahren als Kaufkassette zum Nikolaustag geschenkt. Sie war sich glaube ich nicht bewußt, was das für ein Film war. Aber naja, die dt. Fassung war ja eh extrem cut. RoboCop 2 hab ich dann aus der Videothek ausgeliehen – naja, Muddern war’s. Da war ich…9. :erm: :gluck:

  • Moonwalking Dead

    Sehr gutes Review!Ich finde auch das man in 4 Minuten nicht wirklich die Zerissenheit Murphys rüberbringen kann.Er wirkt da eher auch wie ein gestörter Perverser auf mich,der seine trauernde Ex-Frau Nachts vorm Fenster besucht und ein “Ich bin noch nicht Tod”!jault.
    Robocop 2,ein Film den ich mal besser,mal schlechter in Erinnerung habe,aber meist als akzeptabeles Mittelmaß sehe.

  • http://www.videoraiders.net Krypton McKracken

    Ich stelle mir gerade bildlich vor, wie RoboCop nachts besoffen vor seinem alten Haus steht und schreit: “Ich bin noch nicht toooot…*kurze Stille*…du Schlampe! Wir sind immer noch verheiratet!” :gluck: