Bon Voyage, Pussy! Oder: Wie man die Welt in Atem hält.
Durch zwielichtige Konsorten.
Bruce Wayne und Dick Grayson: Der Millionär und der Wunderknabe. In knappen Hosen, gewappnet mit gelben MUFU-Gürteln, stehen sie im Hauptquartier der Vereinten Nationen. In den Händen halten sie Commodore Schmidlapps große Erfindung – den Dehydrator (Staubsauger). Vor ihnen: Der dehydrierte Weltsicherheitsrat.
Batman: „Glücklicherweise ist es mir noch rechtzeitig gelungen, mich dieser Bombe zu entledigen. Und mich in Deckung zu begeben – hinter diesem Stapel von Eisenrohren.“
Robin: „Du hast dein Leben riskiert, um dieses Pack in der Kneipe zu retten?“
Batman: „Es mögen vielleicht Trinker sein, Robin, aber es sind auch menschliche Wesen.“
Heute tingeln sie über Fanboy-Conventions und halten bestenfalls noch die verstaubten Masken von „Batman: The Movie“ in den Händen. Hierzulande bekannt als „Batman hält die Welt in Atem“. Und tatsächlich: Auch eine handvoll Medikamente zuviel verblasst gegen diesen Overkill an infantilem Slapstick-Schwachsinn, der aus unserer Hirnhaut zähflüssige Bat-Hirnhaut macht.
Batman: „Salz und feuchte Luft – die alten Feinde aller Kämpfer gegen das Verbrechen. Keine Abdrücke zu sehen.“
Leslie H. Martinson heißt der Director dieses zelluloid-gewordenen Groschenromans, der zwar in aller YouTube-Fenster (Ich sage nur: „Batman bomb scene“) ist, aber dennoch wenig gewürdigt wird. Zieht man Martinsons Gesamtwerk, der für Knaller wie „Airwolf“, „The Brady Bunch“ oder „Quincy“-Folgen schrieb, in Betracht, kann „Batman hält die Welt in Atem“ nichts weiter sein als ein einziger grosser, dummer Witz mit Strumpfhosen und Rauchbomben. Ein Witz auf Kosten Hollywoods.
Batman: „Robin! Gib mir schnell das Anti-Haifisch-Bat-Spray!“
Und tatsächlich: Die VideoRaiders haben in ihrer Dekade des Thrashfilms wirklich keinen Mist ausgelassen. Aber es gibt auf dieser Hollywood-Welt keinen einzigen Streifen, der „Batman hält die Welt in Atem“ in Sachen inflationärem Slapstick auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann. Aus dem albernen Comicheftchen-Humor den Episodenschreiber in den Sechzigern an den Tag gelegt haben mögen, haut uns hier eine lila-graue Spandexfaust ein herzhaftes „Ker-Wack“ in die Gurgel. Schon krass, wie aus dem düsteren Latex-Avenger der 90er und 2000er in der Retrospektive ein albern hüpfender Stuntman in Pappkulissen mit einem – sehr – zweifelhaft gedresstem Begleiter wird.
Politisch kann auch Barack Obama Inspirationen für die Lösung der kommenden Krise der US-Hegemonie ziehen. Weltsicherheitsrat streitet? Kein Problem, mit dem Bat-Molekular-Mixer einfach die dehydrierten Ratsmitglieder zusammenmixen. Russische Spionin entpuppt sich als Superschurkin mit Reitergerte? Kein Problem, Robin draufschicken, der macht sich nicht viel aus Frauen. Pinguins Piraten sind an ein U-Boot gelangt? Nix mit neuer Kubakrise, ein Motorboot und Adam West reichen.
Fatality:
Batman hält die Welt in Atem. Mich auch. Wer ebenfalls in Atem gehalten werden möchte, der sollte schleunigst die sechs Zauberworte (= Filmtitel) in sein Amazon-Verkaufsfenster eintippen und sich an 90 Minuten Slapstick in Strumpfhosen und Technicolor ergötzen. Aber, vorsicht sei geboten! Bei zu häufigen Betrachten besteht die Gefahr dehydriert zu werden. Dann hilft auch kein Bat-Redehydrierungs-Molekulator mehr. In diesem Sinne: Bon Voyage, Pussy!
Hellhaim










































