Durch die post-kommunistischen Gassen Bravodas, zwischen sowjetischen Ehren-Denkmälern und amerikanischen Supermärkten, unter den aufblinkenden Leuchtreklamen zwielichtiger Tanzbars irrt ein New Yorker Geschäftsman in Schlafanzug und mit vernarbten Schädel verzweifelt umher. Ist es ein verückt gewordener Trashfilm-Rezensent von „Der Teufel tanzt weiter“? Nein, es ist das Opfer eines wahnwitzigen russischen Wissenschaftlers. Es ist Mr.Boomstick himself – Bruce Campell, der MANN MIT DEM SCHREIENDEN GEHIRN!
Bulgarien – Land des Chorgesangs, Schopska-Salats und der rhythmischen Sportgymnastik hat nun ein weiteres nationales Heiligtum: GEHIRNTRANSPLANTATION. Ruhm und Ehre für diese medizinische Sensation gebürt Dr. Ivan Ivanovich Ivanov (STACEY KEACH!), der bereits vom Nobelpreis träumt – ja, wenn – wenn er doch nur ein nützliches Versuchsobjekt finden könnte. Zum Glück ist Tyche, die Göttin des Schicksals, gnädig und so wird der US-Pharmazeut William Cole (BRUCE CAMPBELL! FTW!) bei einem Zigeuner-Überfall tödlich verwundet.
Die Ärzte wollen die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen, doch Dr. Ivanov kennt ja die Rettung. Er amputiert Williams rechte Gehirnhälfte, die beim Überfall zerhämmert wurde, und ersetzt diese mit der rechten Gehirnhälfte vom Taxifahrer Igor, der ebenfalls von den Zigeunern ermordet wurde.
Williams Ehefrau Jackie, die von seiner wunderhaften Auferstehung noch nichts weiß, fährt in die Zigeunerstadt, um sich dort an den „Mördern“ ihres Mannes (oder vielmehr seiner rechten Gehirnhälfte) zu rächen. Der Plan geht allerdings nach hinten los – und nachdem sie als Puppe theatralisch eine lange Wendeltreppe heruntersegelt, macht ihr Genick KNACK! und auch sie muss das Zeitliche segnen. Zum Glück ist Ivanovs Gehilfe Pavel (TED RAIMI! ALL HAIL!), nicht nur Hobby-DJ und hauptberuflich Mopschwinger, sondern auch ein gewifter Tüfftler und so wird Jackies (intaktes) Gehirn in einen von ihm konstruierten Roboter eingepflanzt! Gemeinsam nehmen DER MANN MIT DEM SCHREIENDEN GEHIRN und JACKIE, DIE ROBOTIK-BRAUT Rache an den Zigeunern…
Lange habe ich nach einem Wort gesucht, der diese amerikanisch-deutsche Co-Produktion aus den Weiten des SciFi-Channels beschreiben könnte – und zu meiner Schande muss ich feststellen, dass nur ein tiefer Griff in die Mottenkiste des Anglizismus hier weiterhelfen kann. So muss hier ein englisches Attribut verwendet werden, welches nicht besser hätte passen können, nämlich: cheesy. Denn eines steht sofort fest: der gesamte Streifen ist von der ersten bis zur (wirklich!) allerletzten Minute ein reines…
Dachte ich anfangs hier eine reine B-Produktion vor die Linse zu bekommen, so belehrte mich die Titeleinblendung sofort eines besseren. Dies ist eine unbarmherzige Direct-to-DVD-C-Produktion – und alle Beteiligten wissen dies auch (was es in diesem Fall definitv besser macht!). „Man with the screaming brain“ ist eine absurde Achterbahnfahrt an brutalen Slapstick, schlockigen Effekten, überzeichneten Charakteren – mit einem Wort: eben ein reines Cheesefest, das einem die Tränen in die Augen treibt – mit einem Dampfhammer.
Sei es Bruce Campbell, Master of Over-Acting, oder Ted Raimi, Master of EXTREME!-Over-Acting, – niemand hier nimmt die Produktion oder den Film als ganzes ernst. Wer auf der Suche nach einem wahren, modernen B-Film ist, der sollte wohl eher „Bubba Ho-Tep“ in den DVD-Player schieben – aber all denen das irre Zusammenspiel von Bruce Campbell und Ted Raimi in einer vollkommen wahnsinnigen Story Grund genug ist, sich einen Film anzuschauen, der wird hier meisterlich bedient – denn wo sonst bekommt man schon ein sozialistisches und ein kapitalistisches Gehirn gepresst in einen Schädel zu sehen (Lafontaine zählt nicht)?
…und dazu als Sahnhehäubchen noch Ted Raimi, als ost-europäischer T-Money…
Fatality:
Mein Gehirn schreit: 4 Köppe.
Krypton McKracken










































