Mädels, schmeißt die Schlüpper weg – hier kommt BREAKER! …und er ist nicht zu stoppen…und voll in Action!
Nachdem der Norris-Chuck in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ versuchte die Kampfkunst-Legende Bruce Lee zu vermöbeln, konnte er es aufgrund des danach anhaltenden Ruhms nicht lassen selber als Hüter für Recht und Ordnung „Bad Guys“ umzunieten. Da der Chuck eine uramerikanische Eiche ist, geht er natürlich nicht gegen asiatische Gangsterclans vor – sondern gegen Redneck-Faschisten! Das sind die 70er, mann! Entweder es wurde international gegen fiese Syndikate und machtbesessene Groß-Industrielle mit Weltherschaftsdrang gekämpft oder aber das Hinterland wurde in Mügeln verwandelt – und hier wird mal so richtig gemügelt…
Der geneigte Leser wird nun sofort wissen: ein Redneck-Revenge-Actioner steht auf dem Plan! Ein Sub-Genre des Actionfilms, welches seit dem legendären „Walking Tall“ (1973), der immerhin auf echten Begebenheiten beruhte, ab und an auf sich aufmerksam macht. Bei Redneck-Revenge-Actionern kehrt in der Regel ein taffer Heros in ein von Korruption verkommenes Kaff jenseits jeglicher urbaner Gesellschaftsstruktur ein, um eine persönliche Rechnung zu begleichen. Dabei wird nicht lange gefackelt und der Ort verwandelt sich in eine Wrestling-Arena. Anstatt allerdings nur auf tumbe Schießeisen zurückzugreifen (eine Waffe die hier vorzugsweise von der dunklen Seite der Macht genutzt wird…), greift unser Heros auf seine Körperkraft zurück, um „Law and Order“ zu verbreiten und spätestens seit den „Chuck-Norris-Facts“ wissen wir, dass „Law and Order“ die Namen für Chucks Fäuste sind…
Im herutergekommen Wüstenkaff Texas City wird der junge Trucker Billy, nachddem er von zwei Redneck-Sheriffs hintergangen wurde, von Trimmings – Alkoholiker, Stadtoberhaupt und Richter – zu 250 Tagen Haft verurteilt. Billy, unschuldig, unternimmt natürlich einen Flutversuch, wird bei diesem allerdings erwischt und elendig zugerichtet. Jetzt fragt man sich: wie kann sowas geschehen? Tja, in Texas City herrschen andere Gesetze und zwar nicht die der „United States of Awesome“, sondern die vom Richter Trimmings und Sheriff Strode und die Lex Trimmings sieht nur eines vor: jeder der sich gegen die Willkürherrschaft der Provinzfürsten stellt, wird kaltgemacht.
Doch diesmal haben sie die Rechnung ohne Billys Bruder J.D. gemacht (Funk-Rufname: Breaker! Breaker!), aka. Chuck Norris – hier noch ohne Bart, dafür Action-Jeans tragend. Breaker ist ebenfalls ein taffer Trucker, das ehrliche Herz der US-Highways, der nicht nur für seine ur-amerikanischen Grundprinzipien („Justice and Liberty“) einsteht, sondern auch noch Karate-Großmeister ist. Was jetzt kommt dürfte klar sein…
Breaker macht sich auf die Suche nach seinem Bruder und stößt dabei nur auf eine Wand aus Arroganz und Ignorranz – doch als Karateka erster Güte weiß er, wie man diese Wand durchbricht! Fäuste sprechen lassen und wenn dies nicht hilft, kommt eben ein fieser Roundhouse-Kick.
Doch um seinen Bruder zu befreien kann auch J.D. nicht allein gegen die gesamte Stadt kämpfen – deswegen ruft er seine Trucker-Kumpels, die eines der genialsten und fulminantesten Finale der Filmgeschichte darbieten: mit 450 PS kommen die Trucker scharenweise über die Stadt gerollt. Alles wird plattgemacht. Versicherungstechnisch ein Desaster, aber „That´s America, baby!“ Die Regeln des Wilden Westen. Und es ist gut…
Chuck Norris legt in seinem Debüt als Leindwand-Heros einen grandiosen Start hin, der ohne Frage als recht „trashig“ bezeichnet werden darf. Die Story ist allseitsbekannt, die Stereotypen werden bloß neu aufgewärmt – dennoch unterhält „Breaker! Breaker!“ wie kein anderer Film, gerade weil er sich aller Klischees bedient. Recht stiefmütterlich wird der Film dennoch behandelt. Auf IMDB erhält der Streifen gerade mal eine Bewertung von mageren 2.6 (Stand: Juli 2008), die OFDB verteilt immerhin noch ordentliche 5.04 – dennoch sollte man sich davon nicht zu sehr täuschen lassen. Sicherlich, der Film hat seine Längen und rumpelt besonders in den Actionszene etwas „plump“ (zugegebenermaßen Ansichtssache…) daher, aber wenn man sich erstmal auf den Redneck-Hammer einlässt, dann sollte man den Gurt enger schnaller – und auf den Truck mitaufspringen.
Fatality:
Trucks, die eine Kleinstadt niederwalzen. Rednecks, die ihre eigenen Gesetze machen. Roundhouse-Kicks, die weh tun. Dazwischen Chuck Norris (ohne Bart) und exzellente Country-Mucke. Das ist (in meiner Welt) mindestens 4 Köppe wert.
Krypton McKracken







































