Black Christmas – Schwarze Weihnachten

(Black Christmas), USA, 2006, ca. 94 Min.
Veröffentlicht: 24. Dezember 2011




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„Mit Weihnachten ist es wie bei Darwin: die Schwachen werden gefressen!“

Mutter heult, Braten verbrannt. Vater schimpft, Festbeleuchtung ausgefallen. Bruder genervt, muss Schnee schippen. Verwandtschaft gelangweilt, da Zwangsbesuch nicht eingeplant. Opa besoffen, sonst hält er das nicht aus. Ihr glaubt ihr habt Scheiß-Weihnachten? Dann fragt mal Billy. Denn seine Weihnacht besteht nicht aus Tannenbaum, Geschenken und Braten – sondern Inzest, Prügel und Leichnamen…

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Der gute Billy hat’s nicht leicht: seine Mutter ist eine kettenrauchende Egomanin, sein Vater trotz ’Nam-Vergangenheit ein rückgratsloses Weichei. Und als ob das noch nicht genug wäre, leidet der Billy an (sehr gelber!) Gelbsucht und ist nicht einmal ein Wunschkind. Ganz im Gegenteil. Seit seiner Geburt wird er von seinen eigenen Eltern gehänselt und misshandelt. Fuck, seine Mutter geht sogar so weit und zerbricht eine Weihnachtskugel über seinem Kinderbett…

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Schlimmer wird’s in späteren Jahren. Der kleine Billy, voller Vorfreude auf Weihnachten, bekommt nicht einmal Geschenke – und seine Mutter, die fiese Bitch, versaut ihm das Fest richtig…

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„Aus welchen Grund stellst du die Plätzchen dahin? Zu dir kommt der Weihnachtsmann nicht. Die Russen haben seinen Schlitten abgeschossen. Der Weihnachtsmann ist tot!“

Aber all dies ist nicht einmal das Schlimmste. Billys Vater wird vom Liebhaber der Mutter vor seinen Augen ermordet, er selber für Jahre auf dem Dachboden eingesperrt und – als Krone der Schlitzerschöpfung – zum Sex mit seiner Mutter gezwungen. Das Resultat: ein detsches Mädel. Tja, wie bereits gesagt, und ihr glaubt ihr hattet beschissene Weihnachten in eurem Leben…

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Keine Frage, der Junge hat jetzt einen gepflegten Knacks weg. Kann man ihm nicht verübeln – und so verwundert es auch nicht, dass er im Jahre 1991 zum Weihnachtsstern greift und seinem Stiefvater in den Kopp rammt – nachdem er versuchte seine Schwester, eigentlich Tochter, zu ermorden – und bevor er seine Mutter mit einer Lichterkette erdrosselte, in die Küche schleifte, dort mit einem Nudelholz zu Brei kloppte und aus ihrer Haut Weihnachtsplätzchen machte…

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…die er genüßlich mit einem Glas Milch runterspülte. Puh. Harter Tobak – kommt aber noch besser. Der gute Billy wird von der Polizei abgeführt und in eine Irrenanstalt für – laut Untertitel – kriminell Geisteskranke verfrachtet. Also, keine geisteskranken Kriminellen oder kriminelle Geisteskranke, sondern kriminell Geisteskranke – also, Menschen, die so geisteskrank sind, dass es schon kriminell ist! Aber lassen wir den Nonsense, zurück zum Thema: anstatt dort aber geheilt zu werden, degeneriert er weiter…

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Und wer jetzt glaubt, damit haben wir es geschafft, der irrt sich gewaltig. Freunde, das war nicht einmal die halbe Miete, sondern nur das Intro. Bedeutet: Back to the Future. Der gute Billy büchst aus und will nach Hause zurückkehren. Doch sein altes Elternhaus ist nun ein Studentenwohnheim, gefüllt mit reihenweise knackigen Ärschen. Wer hätte es gedacht. Einzige Ausnahme unter den Ärschen stellt Agnus dar. Ungefähr so knackig wie ihr Name. Der Clou: sie ist Billys Schwester, ergo Tochter. Tjajajja…all die zufälligen Zufälle sind hier natürlich rein zufällig! Der Kenner auf dem Gebiet des Slasherfilms wird nun wissen was passiert – und ja, es passiert genauso wie man es erwartet. Nicht umsonst hat man eine Horde junger Mädels in ein Haus gesperrt. Ganz allein. Umgeben von einem Schneesturm (ah, noch so’n Zufall).

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Während nun auch noch der Strom ausfällt (ach…) und alle im Dunkeln zittern, schleicht Billy umher und knüppelt eine nach der anderen nieder. Aber – oho – ein weiterer Mörder rumpelt durch die Kammern. Billy ist nicht allein…ach, was soll der Spannungsaufbau, kann doch jeder mit zwei Hirnzellen erraten, dass Agnus, die Schwester und Tochter in Personalunion, mit meuchelt.

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Ach, ja. Dass „Black Christmas“ ein Remake des gleichnamigen Königsslashers (dt. Titel: „Jessy – Die Treppe in den Tod“) aus dem Jahre 1971 ist, dürfte sich bereits herumgesprochen haben. Dementsprechend waren die Erwartungen auch recht hoch, ist doch das Original gemeinhin als der Anbeginn des modernen Slashers anzusehen. Aber all solche Hoffnungen könnt ihr vollkommen über Bord werfen, denn „Black Christmas“ ist ein größtenteils vollkommen absurder Film – was ihn ironischerweise zu einem sehr unterhaltsamen Streifen macht. Alleine die Vorgeschichte des eigentlichen Killers strotzt nur so vor grotesken Szenen, die hier vollkommen ernst gemeint sind. Es wäre vielleicht besser gewesen, das Böse im Dunkeln zu lassen und nur anzudeuten, warum er denn nun durch die Gegend mordet. Man muss nicht immer alles breittreten und ausführlich darlegen, denn damit raubt man dem Zuschauer seine eigene Fantasie. So würde man den Streifen wohl ernst betrachten. Aber im vorliegenden Film bereichern die vollkommen absurden Cuts in die Vergangenheit den Film in amüsanter Weise ungemein. Aber ob das geplant war…?

Bei der visuellen und technischen Umsetzung kann man nichts bemängeln – außer eben, dass sie sich mit den inhaltlichen Kloppern beißen und diese versuchen ernst zu transportieren. Hätten wir hier einen Troma-Film vorliegen, würde der Streifen wohl schon als Kult-Klassiker durchgehen. Der Rest versteckt sich hinter der typischen Slasher-Mär – alles frei nach dem Motto „Die Unmoralischen krepieren zuerst“ und „Buh! Der Schlitzer lebt noch!“. Für ’ne Fortsetzung reicht es dann aber doch nicht…

Fazit:
Ein schwieriger Fall, weil ernst gemeint und genau deswegen sehr unterhaltsam. Oder vielleicht doch gar nicht so ernst gemeint? Wenn ja, gehört der Streifen in die Abteilung „Tales from the Crypt“. Wenn nicht – mein Gott, wir bewerten hier ja eh nichts anderes als den reinen filmischen Frohsinn an solchen Werken. Wer bierernste Horror-Droschken über seinen Bildschirm galoppieren sehen will, der sollte gleich auf das formschöne X rechts oben klicken. Für mich sind es drei Schädel, und umso mehr ich drüber nachdenke, desto öfter muss ich kichern. Ein gutes Indiz – für Unterhaltung.


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Der Autor...
Krypton McKracken


  • TomHorn

    Also ich fand den eigentlich ziemlich lame & die Mädels, auch wenn hüsch anzusehen, eher unsympathisch… :pfff:

  • http://www.videoraiders.net Krypton McKracken

    Ich fand ihn auch eher lustig – wie gesagt, wenn’s von Troma wäre, wäre er Stadtbekannt!